Weisse Flotte Müritz - Mit dem Dampfschiff Europa nostalgisch unterwegs auf der Müritz und Mecklenburgischen Seenplatte

Impressionen der Weissen Flotte Müritz

Von der Müritz zum Petersdorfer See und zur Inselstadt Malchow

Über mehrere Seen führt die Schiffsreise nach Malchow von Klink (Müritzhotel) über die Kietzbrücke in Waren (Müritz). An der Anlegestelle in Klink wartet schon das Schiff mit selbigen Namen auf uns, denn wir haben uns entschieden, die Stadt Malchow zu besuchen und dafür eignet sich am Besten die Erlebnisfahrt (5seenfahrt).

Besatzung auf dem Schiff KlinkNach dem wir von der Schiffsbesatzung begrüßt wurden ging die Fahrt von der Müritz auf die Binnenmüritz in Richtung Waren. An der Kietzpromenade in Waren herrscht noch morgendliche Ruhe. Nur wenige warten und wollen wie wir die Erlebnisreise nach Malchow genießen. Als alle an Board waren ging die Fahrt über die Binnenmüritz zum Eldekanal weiter. Der Eldekanal verbindet die Müritz mit dem Eldenburger See und weiter mit dem Kölpinsee. Der Eldekanal wurde damals künstlich geschaffen, so dass der Wasserspiegel auf der Müritz nach Fertigstellung des Kanals merklich sank. Wenn man heute im Alten Hafen von Waren (Müritz) vor dem Kornspeicher sitzen kann, war das nicht immer so. Die Müritz erstreckte sich vor der Schiffbarmachung bis vor die Strandstrasse (hinter dem Kornspeicher), wo sich auch damals die Stadtmauer befand.

Nach einigen hundert Metern durchfahren wir die Bundesstrasse zwischen Klink und Waren (Müritz) und erreichen den Eldenburger See. An diesem See befindet sich eine Station der Müritzfischer, die auf dem Eldenburger See und Kölpinsee, sowie auf der Müritz ihre Reusen unterhalten. Weiter durch den Eldekanal gelangen wir auf den Kölpinsee. In seiner slawischen Übersetzung heißt er Schwanensee, wie die gleichnamige Oper von Tschaikowski. Den Namen bekam sie seinerzeit wegen seiner Flachheit, was sich günstig auf die Brutbedingungen der Schwäne auswirkte. Die gab es damals zu Tausenden und nahm im Zuge der Besiedelung aber ständig ab. Wir hatten aber das Glück eine größere Anzahl an Schwänen zu sehen. Der Kölpinsee soll zu den gefährlichsten Seen der Mecklenburger Seen zählen. Obwohl dieser überwiegend flach ist, türmen sich bei Unwettern meterhohe Wellen auf.

Kapitän auf dem Fahrgastschiff KlinkAls wir zirka die Mitte des Sees erreicht hatten erstreckte sich rechter Hand die Landzunge vom Naturschutzgebiet Damerower Werder, welches das Wisentgehege beherbergt. Mit etwas Glück kann man die Wisente von der Wasserseite aus sehen, nur leider war uns soviel Glück heute nicht beschert worden. Vielleicht war auch gerade Fütterungszeit und dann interessiert den Tieren nicht das bunte Treiben auf dem Kölpinsee. Gleich hinter der Landzunge, kaum zu erkennen, liegt die Kanaleinfahrt zum Jabelschen See, wo wir aber heute nicht lang fahren. Wir fahren geradewegs weiter und kommen zum Fleesenkanal, der weiter in den Fleesensee führt.

Dort angekommen sehen wir auf der linken Seite die Uferzone vom Golfressort Land Fleesensee mit seinem Schlosshotel und Teile des Strandes. Das Land Fleesensee mit seinem Slogan "Ganz nah, weit weg" wartet mit zahlreichen Hotels und Ferienhäusern auf. Es bietet daneben eine Golfanlage, einen Reiterhof und eine Kartbahn um nur einiges zu nennen. Ein bisschen versteckt erkennt man auch einen eigenen Schiffsanlegeplatz neben dem Yachthafen. Auf der rechten Seite befindet sich der Naturpark Nossentiner Schwinzer Heide mit den Highlights eines alten Teerschwelergehöfts und dem Agrarhistorischen Museums.

Am Ende des Fleesensees, in westlicher Richtung, erreichen wir nahtlos den Malchower See und können schon vom Weiten das Wahrzeichen der Stadt - die Klosterkirche erspähen. An alten Bootschuppen vorbei nähert sich Stück für Stück das Panorama der Stadt Malchow mit seiner zweiten Kirche. Vor dem technischen Denkmal der Stadt, die Drehbrücke, welche die Inselstadt Malchow mit dem Festland verbindet legen wir schließlich an und bereiteten uns auf unseren Landgang vor.

Klosterkirche MalchowAls Erstes besichtigten wir die Klosterkirche mit seiner ständigen Ausstellung des Orgelmuseums, was teilweise im Kloster und oberhalb des Klosters ausstellt. Etwas weiter dahinter sehen wir durch Zufall noch das Heimatmuseum der Stadt und beschlossen auch hier noch einen Abstecher zu wagen. Überrascht, dass dies eine Museum zum Anfassen und Erleben ist bestaunten wir die Sammelleidenschaft der Malchower. Ein noch komplett erhaltenes Klassenzimmer erfreute die Kinder, das Schulleben vergangener Zeiten mal auszuprobieren. Sie bekritzelten die Tafeln auf den jeweiligen Bänken, bestaunten die alten Schulbücher und waren sichtlich erheitert, als sie bemerkten, dass man früher das Klassenzimmer noch selbst beheizen musste. Einige Räume weiter befanden sich eine liebevoll im Detail eingerichtete Wohnung. Im Kinderzimmer durften die Kinder mit Allem was sie fanden spielen, die Frauen belustigten sich in der Küche, wie man doch früher mit so einfachen Mitteln in der Küche hantieren konnte. Die Herren machten es sich gleich im Wohnzimmer gemütlich und lauschten der Musik aus dem 50er Jahren aus einem so was ähnliches wie ein Tonband. Weiter zu sehen ist eine alte Schusterei und neben an Teile einer Druckerei.

Unterhalb des Klosters zurück spazieren wir am Ufer entlang und sehen eine weitere Perspektive der Stadt und steuern nun unser nächstes Ziel - die Drehbrücke an, denn nur zu bestimmten Zeiten wird die Brücke für den Schiffsverkehr gedreht, was auch jedes Mal zahlreiche Schaulustige anzieht. Nach dem technischen Ereignis haschen wir noch eilig zum Fachwerkrathaus der Stadt, denn ach Gott, wie schnell die Zeit vergeht, unser Schiff wartet schon gerüstet für die Heimreise. Bevor wir aber das Schiff besteigen decken wir uns hinter der Drehbrücke noch mit frischen heimischen Fisch ein.

Wieder an Board schlemmen wir gemütlich bei Kaffee und Kuchen auf dem Schiff plauderten mit unseren kennen gelernten Reisebekanntschaften und erfreuen uns über die schönen Dinge während unserer Heimreise.

Wer mal die Drehbrücke selbst auf dem Schiff erleben möchte, sollte die Fahrt nach Plau am See bzw. Bad Stür machen, die hinter der Drehbrücke über Malchower und Plauer See weiter geht.